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Chronik

Von den Anfängen bis 1974

Bis Anfang 1934 lag der Brandschutz in Rückershausen in den Händen der Pflichtfeuerwehr. Zwangsweise gehörten ihr alle männlichen Dorfbewohner im Alter von 20 bis 60 Jahren an.

Ein verantwortlicher Spritzenmeister war als Kommandant von der Gemeinde bestellt. Der Dienst in der Pflichtfeuerwehr weckte bei vielen Teilnehmern den Wunsch, den Feuerschutz zur freiwilligen Sache zu machen. In dieser wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeit kam es vor allem durch die Initiative und tatkräftige finanzielle Unterstützung der Nassauischen Brandversicherung zu zahlreichen Feuerwehrgründungen im heimischen Raum.

Am 15. Februar 1934 war es dann auch in Rückershausen soweit. Laut Beschluss der Reichsregierung vom 15. Dezember 1933 beauftragte der Landrat zu Weilburg den Kreisfeuerwehrführer Moser auch in unserem Ort eine Versammlung zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr vorzunehmen. Verlauf und Ergebnis dieser Versammlung werden sorgfältig niedergeschrieben und sind uns im Originaltext erhalten geblieben.

Im Herbst 1935, anlässlich einer Nachtübung, konnte der Kreisfeuerwehrführer zufrieden feststellen, dass die erst neugegründete Wehr gute Fortschritte zu verzeichnen hatte.

Problematisch erwies sich jedoch die Anschaffung von Ausrüstungsgegenständen, da die finanziellen Mittel sehr begrenzt waren. Aber mit Hilfe der Gemeinde, sowie durch die tatkräftige Unterstützung des Kreisfeuerwehrführers Moser, konnten nach und nach die notwendigsten Ausrüstungsgegenstände angeschafft werden.

Dem, war bisher in vorbildlicher Form, im Sinne echter Kameradschaft, aufgebaut und geschaffen wurde, setzte der 2. Weltkrieg ein jähes Ende. Die in den folgenden Jahren durchgeführten Einberufungen zur Wehrmacht machten sich gerade bei uns, einer zahlenmäßig kleinen Wehr, sehr bemerkbar. Wir mussten uns in den Kriegsjahren auf das allernötigste beschränken und waren gezwungen, die Aufgaben als Freiwillige Feuerwehr mit den durchweg umgeschulten Männern wahrzunehmen. Dies war für den Ortsbrandmeister Christian Schäfer bestimmt keine leichte Aufgabe.

Auch in den ersten Jahren nach Kriegsende gab es für die Rückershäuser Feuerwehr viele Schwierigkeiten zu überwinden, so dass praktisch neu begonnen werden musste.

Am Rande sei nur erwähnt, dass die von uns mühsam erworbenen Uniformstücke auf Anordnung der Besatzungsstreitkräfte verbrannt wurden.

Angespornt durch Mut und Tatkraft der älteren Feuerwehrkameraden haben sich erfreulicherweise junge Männer bereit gefunden das geschaffene Erbe, durch ihre Mitgliedschaft, in der Feuerwehr fortzufahren.

Im Jahre 1959 gab Christian Schäfer nach erfolgreicher Arbeit die Führung der Wehr an seinen Stellvertreter Karl Wagenbach ab. 1960 wurde dann das Amt des Wehrführers in jüngere Hände abgegeben. Unter der Führung von Kurt Wagenbach bestritt man in den 60iger Jahren mehrere Leistungswettkämpfe mit gutem Erfolg.

Dank der Förderung durch die Gemeinde, inzwischen von Heinrich Hardt bzw. Erich Bender geführt, wurde die Ausrüstung der Wehr entschieden verbessert. So erhielt die Wehr unter anderem ein neues Gerätehaus sowie eine Motorspritze. Diese positive Entwicklung werde durch die Übernahme des Wehrführeramtes von Winfried Haibach im Jahre 1972 erfolgreich fortgeführt.

Noch im gleichen Jahr übernahmen wir ein Feuerwehrauto der Merenberger Wehr.


 1974 - heute

Im Jahre 1974 konnte man stolz auf das 40- jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Rückershausen zurückblicken. Aus diesem Anlass wurden verdiente Feuerwehrmänner im Rahmen ein kleinen Feierstunde im Dorfgemeinschaftshaus Reichenborn geehrt.

Durch zahlreiche Brände in Waldernbach und dem nahe gelegenen Sägewerk konnte die Wehr ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Im Jahre 1977 beteiligten wir uns abermals an einem Leistungswettkampf, welcher dann auch Zeugnis eines guten Ausbildungsstandes wurde. Ingo Wagenbach wurde dann 1978 als junger Wehrführer eingesetzt. In dieser Zeit sind viele Jugendliche zu uns gestoßen, was sich sehr positiv auf die gesamte Wehr auswirkte.

Der Bau eines Mannschaftsraumes beim Gerätehaus wurde vorangetrieben und konnte nach kurzer Bauzeit durch den tatkräftigen Einsatz aller Feuerwehrmitglieder in Eigenleistung vollendet werden.

Gerd Hellenthal hat dann Ende 1981 die Führung der Wehr übernommen.

An unserem Mannschaftsraum wurden in den Jahren 81/82 Toilettenanlage und ein Abstellraum angebaut. Wie auch zuvor wurden sämtliche Arbeiten in Eigenleistung durchgeführt. Von Seiten der Gemeinde bekamen wir hierzu eine finanzielle Unterstützung für die Baumaterialien.

1983 war ein aufregendes Jahr, denn es galt bei zwei Großbränden in Reichenborn und im Sägewerk Strieder, Waldernbach, schnelle Hilfe zu leisten. Auch hier war unsere Wehr schlagkräftig zur Stelle. Gewürdigt wurden diese Einsätze durch Zahlung einer Löschprämie.

Vom 18. – 21. Mai 1984 feierte man das 50-jährige Vereinsjubiläum. Schirmherr war Jagdpächter Willi Schüßler, der durch sein Engagement dazu beigetragen hat, dass dieses Fest ein großer Erfolg wurde. 1985 wurde Friedhelm Meuser Wehrführer. Es wurde eine Frauenabteilung gegründet. Diese zeigte ihr Können zusammen mit einer Männermannschaft bereits im gleichen und in den darauffolgenden Jahren bei Wettkampfübungen auf Gemeindeebene.

Im September 1985 wurde ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug in Dienst gestellt, welches den alten Ford-Transit, den man 1972 von der Wehr Merenberg übernommen hatte, ablöste.

Im Jahre 1990 wurde mit den Wehren der Gemeinde Merenberg eine Jugendfeuerwehr gegründet. Aufgrund des sehr starken Zuspruchs wurden später dann doch fünf eigenständige Jugendfeuerwehren aus der Taufe gehoben. Bis April 1996 stellte die Feuerwehr Rückershausen mit dem Kameraden Manfred Rohletter den Gemeindejugendfeuerwehrwart.

1993 wurde zusammen mit den Wehren der Großgemeinde das Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager mit fast 1000 Teilnehmern veranstaltet.

1994 feierte die Feuerwehr ihr 60-jähriges Vereinsjubiläum. Auch dieses Fest wurde durch die Mithilfe eines Großteils der Bevölkerung ein großer Erfolg. Hervorzuheben ist die Tanzgruppe, bestehend aus Frauen von Vereinsmitgliedern, die sich anlässlich des Festes formierte.

Im Januar 1997 übernahmen Manfred Rohletter und Armin Haibach die Führung des Vereins. Unter ihrer Leitung wurde vom November 1999 bis September 2001 das Gerätehaus und der Mannschaftsraum umgebaut. In der ehemaligen Wohnung des Dorfgemeinschaftshauses fand sich Platz für einen neuen, größeren Schulungsraum und zwei Lagerräume. Der alte Schulungsraum wurde zum Spind- bzw. Umkleideraum umfunktioniert und das Gerätehaus von Grund auf saniert.

Viele fleißigen Helfer arbeiteten mehr als 1000 Stunden für diese große Umbaumaßnahme, die wegen der Unfallgefahr im Gerätehaus notwendig geworden war.

Am 14. September 2001 war es dann endlich soweit. Zahlreiche Gäste konnten sich von der guten Arbeit der Feuerwehrmänner überzeugen. Bei einem Tag der offenen Tür wurden, nicht ohne Stolz, die neuen Räume der Öffentlichkeit präsentiert.

Anlässlich der Jahreshauptversammlung im Januar 2007 wurde der Vorstand neu gewählt. Wehrführer wurde Armin Haibach, sein Stellvertreter Thomas Rinke. Den Vereinsvorsitz übernahm Michael Wagenbach, sein Stellvertreter wurde Rainer Wagenbach.

Vom 16. - 24.05.2009 hat die Freiwillige Feuerwehr Rückershausen ihr 75-jähriges Vereinsjubiläum gefeiert. Wie auch die Festlichkeiten der Vergangenheit wurde das Vereinsjubiläum durch die Mithilfe der Bevölkerung und besonders schönes Wetter ein unvergessliches Fest.

Anlässlich des 80-jährigen Vereinsjubiläums wurde am 20. September 2014 eine Gemeinschaftsübung aller Feuerwehren des Marktfleckens Merenberg und der Feuerwehr Weilburg in Rückershausen durchgeführt. Bei dem anschließendem Tag der offenen Tür und einem Oktoberfest klang der Tag gemütlich aus.


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